Die große Reise der Rubinklasse Forchheim

Kurzbericht

Fahrt nach Kroatien zur Inselschule Premuda vom 07.07.10 bis 16.07.10. Während des 6 tägigen Inselaufenthaltes leisteten wir einen ökologischen Arbeitseinsatz (Strand säubern), arbeiteten in verschiedenen Arbeitsgruppen und hatten Unterricht in den Fächern Mathematik, Sprache (Deutsch, Englisch, Kroatisch) und Biologie. Untergebracht waren wir in Ferienwohnungen der Inselbewohner. Unser Frühstück machten wir selber und mittags sowie abends wurden wir in einem Inselrestaurant bekocht. An- und Abreise erfolgte mit öffentlichen Verkehrsmitteln (Zug, Bus und Fähre). Das waren nun die Fakten zu unserer Reise, aber Premuda war mehr, viel, viel mehr. Diese Reise war einmalig, sehr lehrreich und wird für alle unvergessen bleiben. Premuda hat uns verändert und wir alle fanden es einfach superklassespitzenmäßigtoll!!!!!Du möchtest mehr über unsere „Große Fahrt“ wissen? Dann mache es dir gemütlich und lese einfach den ausführlichen Bericht. Viel Spaß wünscht die Rubinklasse.

Inselschule Premuda

Astrid Romanowski

Ausführlicher Bericht

 Am 7.7.2010 war es endlich soweit. Um 7.30 Uhr trafen wir uns schwer bepackt mit Rucksack und Proviant an der Schule. Die Aufregung bei den Schülern und Pädagogen (Nico Haensell, Astrid Romanowski und Gabi Kummer-Zenk) war groß – bei den Eltern wahrscheinlich noch größer. Unsere „Große Reise“ begann. Das Ziel war die Inselschule Premuda in Kroatien.

 Inselschule Premuda? Ihr fragt euch bestimmt was das ist. Premuda ist eine kleine Insel und liegt zwischen Dalmatien und der Kvarner-Bucht vor Kroatien. Die Insel ist 9 km lang und 1 km breit. Es leben ca. 40 Einwohner auf Premuda und auf der Insel herrscht das ganze Jahr über mediterranes Klima. Die Natur ist ursprünglich und wild. Es gibt kaum Infrastruktur, nur eine Straße, einen Laden (in der Hauptsaison 2), eine Kirche, zwei Restaurants und die Schiffsanlegestelle mit dem Postamt. Die Insel verfügt über keine eigene Quelle und muss Wasser vom Festland beziehen – es ist sehr kostbar.Die Inselschule entstand im Jahre 2002 auf Initiative der Montessorischule Eggenfelden. Schulleiter Willfried Hoppe verbrachte Jahre mit der Suche nach einem Ort, wo er den von Maria Montessori geforderten Erdkinderplan verwirklichen konnte. Nachdem er diesen abgeschiedenen Ort an der dalmatinischen Küste gefunden hatte, richtete er dort die „Inselschule Premuda“ ein.

Nach einiger Zeit schloss sich die Montessorischule Passau an. Seit dem fahren jedes Jahr die 7. / 8. und 9. Jahrgangsstufen dort hin. Die Inselschule besteht im Moment aus einem großen Grundstück, auf dem eine Trockenmauer und eine Permakultur angelegt werden. Der Verein „Inselschule Premuda e.V.“ hat seit diesem Jahr auch ein altes Hauses auf einem Nachbargrundstück gepachtet. Das Haus besteht im Moment nur aus Wänden, Türen, Fenstern und seit kurzem aus einem neuen Dach. Das Gebäude wird nun als Selbstversorgerhaus – eine Art Erdkinderschule – ausgebaut, um künftig den Schulklassen eine günstige Übernachtungsmöglichkeit – auch gerne einmal für mehrere Wochen – zu bieten. Weitere Infos gibt es auf der Homepage www.inselschule-premuda.de .

Unter dem Erdkinderplan versteht Maria Montessori eine Methode zur Entwicklung und Prägung eines Kindes während der Jugendzeit. (…..)Als die beste Voraussetzung dafür, betrachtete Maria Montessori einen Ort auf dem Land, zum Beispiel einen Bauernhof, wo die Kinder auf das Arbeiten und die sozialen Bedingungen des Lebens vorbereitet werden sollen.(…) Dies führt die Kinder in die Welt des Vertriebes und der Kommunikation ein. Da die Kinder auf dem Lande in direkten Kontakt mit der Erde stehen und den Zugang zur Welt durch die Ursprünge der Kultur erhalten, nannte Maria Montessori diese Erziehungsmethode  „Erdkinderplan“.

Warum nach Premuda? Unsere jetzige und zukünftige Gesellschaft bedarf zu ihrem Gelingen besonders der sozialen Kompetenzen. Diese werden bei diesem Projekt ganz besonders gefördert. Soziale Kompetenzen sehen wir im Blick auf unsere Umwelt. Mitgefühl und Achtsamkeit lassen sich besonders durch Erfahrung in und mit unseren natürlichen Lebensgrundlagen entwickeln. Dieser erlebnispädagogische Aspekt ist einer der Grundpfeiler für die erweiterte schulische Arbeit auf Premuda.

Wenn das Kind lernt, die Zusammenhänge zwischen den Dingen zu sehen, und wenn es bemerkt, dass kein einziges Ereignis in der Welt für sich alleine steht und dass man überall Zusammenhänge entdecken kann, dann wird sein Interesse geweckt.“ Maria Montessori

 In der schwierigen Phase der Pubertät gehen die Jugendlichen von Innen nach Außen. Sie wollen hinaus in die Welt und entdecken, erleben, aber vor allem erfahren! In dieser Lebensphase finden sich die Jugendlichen in der Natur wieder. Hier können sie auch mal frei sein – weg vom Elternhaus und von den gesellschaftlichen Normen. Auch dies ist ein Grund für unsere Fahrt nach Premuda.

 Zurück zum 07.07.10 …..  Zu Fuß ging es zum Forchheimer Bahnhof. Bereits nach der Hälfte des Fußmarsches bemerkte der eine oder andere, dass er doch wohl etwas viel eingepackt hatte (Ich leider auch …). Aber da musste jeder von uns jetzt durch. Mit der Regionalbahn fuhren wir nach Nürnberg, umsteigen und weiter mit dem Regionalexpress nach München. Der Zug war so voll, dass einige von uns im Fahrradabteil auf dem Boden sitzen mussten. Wir vertrieben uns die Zeit mit Karten spielen oder lesen. So langsam löste sich die Aufregung bei den meisten. In München mussten wir wieder umsteigen, um weiter nach Salzburg zu fahren. In Salzburg wieder raus aus dem Zug (So langsam bekommen wir Routine.) und am Bahnhof trafen wir auf Ivanca Hoppe (Ehefrau vom Schulleiter Eggenfelden). Ivanca ist Kroatin und begleitete uns als Dolmetscherin und erfahrene Inselschule-Begleiterin. Wieder rein in den Zug. Hurra, diesmal ein EuroCity mit Bordrestaurant (Wir Pädagogen brauchten dringend einen Kaffee und ne Pause!).

 Während der Zugfahrt mussten die Schüler auch schon die ersten Aufgaben ihres „Inselbuches“ bearbeiten. 40 Fragen rund um unsere Anreise, das Land Kroatien und die Insel Premuda waren zu beantworten. Erste Aufregung an der Grenze zu Slowenien: Passkontrolle mit grimmig dreinschauenden Polizisten! Jetzt blos nichts Falsches sagen. Um 21.00 Uhr kamen wir in der kroatischen Hauptstadt Zagreb an. Wir hatten eine Stunde Aufenthalt und konnten Geld tauschen (Ja, es gibt tatsächlich noch Länder mit einer anderen Währung – wieder was gelernt.) sowie unseren Proviantvorrat auffüllen. Einige von uns haben sogar das Halbfinalspiel der WM in einem Cafe sehen können. Schnief, schnief, wir waren alle sehr traurig, dass Deutschland gegen Spanien verloren hat.

Die Nacht verbrachten wir in einem kroatischen Schnellzug Richtung Knin. Endlich konnten wir ein bisschen schlafen. Ziemlich verschlafen und frierend standen wir um 5.30 Uhr Donnerstag früh am Kniner Bahnhof, um auf den Zug an die Küste nach Zadar zu warten. Beim Umsteigen waren wir schon richtige Profis und alles klappte wie am Schnürchen. Nur das Warten auf den nächsten Zug war etwa nervig und die meisten waren etwas brummelig. Endlich kam unserer. Meine Güte, das war eine Erfahrung! In Deutschland hätte der Zug die Kategorie 3. Klasse bekommen, aber was soll´s, da mussten wir jetzt durch. 9.00 Uhr, wir erreichen Zadar. Diesen Zug haben wir also überlebt. Hunger! Frühstück und zwar schnell, sonst fallen wir kroatische Passanten an! Am Bahnhof stürmten wir erst mal einen Bäcker, um unseren Hunger zu stillen. Mmhhhh, lauter kroatische Leckereien gab es da.

Zum Glück war Ivanca dabei. Sie besorgte uns die Fahrkarten und verfrachtete uns in den richtigen Bus zum Fährhafen. Der war mit uns und unserem riesigen Rucksäcken, Koffern etc. sowie einigen wenigen älteren kroatischen Damen mit zierlichen Handtäschchen randvoll. Wir wurden zwar etwas komisch beäugt – naja wahrscheinlich hatte der eine oder andere von uns dringend ein frisches T-Shirt und Deo unter den Achseln nötig – aber doch nett belächelt. Die Sonne lachte und die Temperatur war sehr, sehr angenehm als wir um 9.00 Uhr die Fähre nach Premuda bestiegen. Karten und Bücher wurden ausgepackt und die Stimmung stieg in der Sonne erheblich. Schon nach einer Stunde war die erste Nase von der Sonne verbrannt und naja, Mütter haben ab und zu doch mal recht. Sonnencreme ist halt auch wichtig. Wir genossen die ruhige Fahrt zwischen den Inseln und waren total relaxt, aber auch gespannt wie denn unsere Insel so sein würde. Endlich nach 30 Stunden und 30 Minuten Reisezeit waren wir da!

Jetzt werdet ihr wahrscheinlich denken: „Seid ihr wahnsinnig! Warum zum Henker fahrt ihr überhaupt so weit und dann mit langsamen Zügen?“ Ok, ok, zugegeben ein bisschen verrückt sind Nico, Gabi und ich ja schon, aber das Ganze hatte auch wichtige Gründe. Zum einen haben wir uns bewusst für umweltfreundliche und kostengünstige Verkehrsmittel entschieden. Und außerdem hatte diese Reise auch eine wichtige Lernerfahrung: „Der Weg ist das Ziel“! Unser Planet wird durch modernste Techniken immer kleiner und wir verlieren die eigentlichen Proportionen und Entfernungen aus dem Blick. Auch aus diesem Grund sollten die Schüler Entfernungen bewusst ERLEBEN“.

Auf der Insel bezogen wir erst einmal die verschiedenen Wohnungen. Insgesamt waren wir auf 3 Ferienhäuser der Inselbewohner verteilt. Ivanca übernachtete in ihrem eigenen Haus. Nach so einer langen Anreise brauchten wir dringend eine Erfrischung. Also nichts wie rein in die Badehosen, Bikinis etc. und ab ins Meer. Herrlich und super toll!!!!!! Um 18.30 Uhr trafen wir uns im Restaurant von Dingo zum Abendessen. Er kochte während des gesamten Inselaufenthalts für uns das Mittag- und Abendessen. Jeden Tag durften wir leckere kroatische Spezialitäten z.B. Katzenhai, Rinderbraten, Gemüseauflauf, gegrilltes Gemüse etc. genießen.

Nach einer erholsamen Nacht (Endlich konnten wir wieder ausgestreckt in einem richtigen Bett liegen.) trafen wir uns am Freitagmorgen das erste Mal im Schulhaus zum Frühstück. Das Frühstück machten wir uns selber. Jeden Tag gab es ein Frühstücksteam und jeder musste mal ran. Gabi übernahm freiwillig die tägliche Betreuung des Teams und war somit unsere „Küchenfee“ während des Inselaufenthalts. (Gabi, dafür werde ich dir ewig dankbar sein!)

Am ersten Tag erkundeten wir mit Ivanca die Insel. Es gab das untere Dorf (die Häuser direkt am Meer) und das obere Dorf (die Häuser auf dem Hügel). Wir schauten uns die beiden Miniläden, die Kirche, die Schule, das Postamt, die alte verlassene Militärstation und das Schulgrundstück an. Alles war sehr überschaubar und wir hatten keine Angst mehr, jemanden auf der Insel zu verlieren. Ach wie schön, es gab sogar ein paar Straßenlaternen. Das Schulgrundstück und das Schulhaus lagen am Rande des oberen Dorfes und wir mussten täglich den steilen Hügel hinauf. Von 14.00 Uhr bis 15.30 Uhr gab es jeden Tag eine Unterrichtseinheit. Die Schüler arbeiteten entweder im mathematischen oder sprachlichen Bereich. Jeder musste im Laufe dieser Woche 2 Mathematikaufgaben aus den Bereichen Prozent und Geometrie (Flächen- oder Höhenberechnung) selbst ausdenken und berechnen. Es entstanden Aufgaben wie Flächenberechnung des Schulgrundstückes und Schulhauses, Höhenberechnung des Schulhauses und des Kirchturmes. Wie viel % des Tages verbringen wir im Meer? Wie viel % der Grundstückfläche nimmt der Container (Lagerraum für Werkzeug) ein?

Es war sehr spannend zu beobachten, mit welchem Spaß vermessen und berechnet wurde. Die Sprache kam natürlich auch nicht zu kurz. Jeder musste täglich einen Tagesbericht ins Inselbuch schreiben, einige Wörter Kroatisch lernen sowie ein Interview mit englisch sprechenden Inselbewohnern führen (Diese waren allerdings rar und deshalb musste unsere Ferienhausbesitzerin ständig herhalten.). Außerdem lasen die Schüler das englische Buch „Wimpy Kid“ (deutsch: Gregs Tagebuch).

Am Freitagabend kamen Thomas Graßl und Peter Ekl auf der Insel an. Da diese Fahrt sich eher als Arbeitseinsatz im Sinne des Erdkinderplans denn als Urlaub am Strand verstand, haben wir uns erfahrene Fachleute engagiert. Thomas Graßl ist ein Steinmetzmeister und langjähriger Montessorianhänger aus Passau. Er leitete die Arbeitsgruppe Trockenmauer. Peter Ekl, ein Gärtnermeister aus Eggenfelden, betreut an der Montessori Schule Eggenfelden seit Jahren eine AG und seine Kinder besuchen diese Schule. Er war verantwortlich für die Arbeitsgruppe Permakultur. Nach dem Abendessen gab es noch genügend Zeit zum gegenseitigen Beschnuppern und am nächsten Tag ging es schon richtig zur Sache.

Nach dem Frühstück am Samstag trafen wir uns um 7.00 Uhr um die verschiedenen Arbeitsgruppen kennenzulernen. Es gab folgende AG´s:

AG Kunst mit Nico (Herstellung von Kunstobjekten mit gesammelten Naturmaterialien)

  • AG Kräutersalz mit Ivanca (Sammeln von Kräutern und Herstellung von Kräutersalz)
  • AG Trockenmauer mit Thomas (Weiterbau der Trockenmauer)
  • AG Permakultur mit Peter (Pflege und Ausbau der Permakulturanlage)

Alle durften mal in jede Arbeitsgruppe reinschnuppern und mussten sich dann für eine entscheiden. Um 10.00 Uhr waren es bereits 30° Grad im Schatten und wir brauchten dringend eine Pause und Abkühlung. An Weiterarbeiten war nicht zu denken! Also ab ans Meer und rein ins kühle Wasser.

Nach dem Mittagessen und einer kurzen Siesta trafen wir uns wieder am Schulhaus zum Unterricht. Toll, dass immer alle pünktlich waren. Alle freuten sich schon auf den Abend, denn es fand das „kleine“ WM Finale statt. Deutschland gegen Uruguay. Unsere super nette Ferienhausbesitzerin stellte uns ihr großes Wohnzimmer zur Verfügung. Zum Glück gab es für uns alle (27 Personen) eine riieesige Couch (Die den einen oder anderen zu einem Nickerchen verführte.), einen weichen Teppich auf dem Boden und genügend Stühle. Ausgestattet mit genügend Wasser, Cola, Chips und sonstigem Knapperzeugs fieberten wir mit unserer Nationalelf mit. Und wieder war ein Tag vorbei.

Sonntagvormittag säuberten wir den Strand am alten Hafen. Als wir am Strand ankamen, waren wir erst mal sprachlos. Woher kam dieser ganze Müll? Ivanca erklärte uns, dass der Müll nicht von den Inselbewohnern kommt, denn diese würden aus eigenem Interesse sehr umweltbewusst leben. Seit Jahren gibt es ein großes Problem: (Und es wird immer schlimmer.) das Meer schwemmt diesen Müll an die Inselstrände. Bis vor wenigen Jahren haben die Inselbewohner den Müll selber eingesammelt, allerdings ist dies den meisten Menschen nicht mehr möglich. Sie sind einfach zu alt dafür. Es gibt zwar einen Müllmann auf der Insel, dieser wird aber nur für die Müllabholung bei den Häusern bezahlt. Die Inselbewohner sind den deutschen Schülern sehr, sehr dankbar für ihre Unterstützung. Die Klasse arbeitete in zwei Gruppen für jeweils eine Stunde. Insgesamt wurden 27 große, blaue Säcke Müll beim Strand gesammelt. Ihr glaubt nicht, was wir alles gefunden haben. Schuhe, Zahnbürsten, Plastikflaschen, Puppen, Spritzen ……. war ganz schön eklig, aber jeder hat fleißig mitgearbeitet.

Nachmittags gab es keinen Unterricht, denn schließlich war es Sonntag J Die meisten Jugendlichen verbrachten den Nachmittag am Strand, einige zogen sich zurück in die kühlen Wohnungen. Selbst am Strand wurde gelernt. Nein, nicht aus Schulbüchern sondern anhand der Natur. Einige Schüler entdeckten Seegurken und den ganzen Nachmittag verbrachten sie damit, sie zu beobachten, zu erkunden und das eine oder andere Experiment damit zu machen. Es war ganz toll, die Kids bei diesem lernen zu beobachten. Sie waren mit Spaß, Konzentration und einer großen Portion Neugierde bei der Sache.

Auch entdeckten wir, dass die Kaimauer eine wunderbare Springmöglichkeit ins Meer ist. Einige trauten sich gleich und hatten riesigen Spaß beim rein springen. Andere brauchten von der Gruppe erst Ermutigung, um sich aber doch noch zu trauen und dann zu Recht sehr stolz auf sich zu sein. Die lustigsten Ideen kamen auf: alle springen gleichzeitig in einer langen Reihe, wer springt am weitesten, jemanden Huckepack nehmen und dann springen …… wir konnten gar nicht genug bekommen (Vor allem Nico hatte ihren Spaß).

Immer öfter erlebten wir Schüler von einer anderen Seite. Rücksichtsvoller, sensibler, offener, entspannter, gelassener oder lustiger. Seiten die sie so in der Schule nicht zeigen. Plötzlich machten auch Schüler etwas zusammen, die sich während der Schulzeit bisher eher gemieden haben. War es die Insel oder das gemeinsame Erleben oder ?????, oft konnten wir uns diese Veränderungen nicht erklären.

Jedem Gruppenmitglied fiel dies auf und dies war auch Gesprächsanlass in unserem täglichen Abendkreis am Meer. Toll, wie wir alle zu einer richtigen Gemeinschaft zusammen gewachsen sind!

Montag. So, jetzt geht die Arbeit in den einzelnen Gruppen los. Endlich! Nach dem Frühstück brachen die Schüler auf, um zu ihren verschiedenen Arbeitsorten zu gehen. Die Kräutergruppe arbeitete am und im Haus von Ivanca, die Kunstgruppe von Nico sammelte zunächst Material (Steine, Muscheln, Treibholz etc.) und die Trockenmauer- und die Permakulturgruppe gingen zum Schulgrundstück. Thomas und Peter versuchten erst mal die Motorsense anzubekommen. Diese sträubte sich allerdings hartnäckig. Nach mehreren erfolglosen Versuchen, schaffte es endlich Florian sie zum Laufen zu bringen. Felix mähte dann das hohe Gras entlang der alten Trockenmauer. Nun konnte die Trockenmauergruppe endlich starten. Zu allererst mussten die vorhandenen, für uns angelieferten Steine nach Größe sortiert werden. Gar nicht so einfach. Die großen Steine waren sehr schwer und die starken Jungs kamen ganz schön ins schwitzen. Aber auch die ganz kleinen Steine waren wichtig, denn sie waren das Füllmaterial und wurden ebenso gebraucht. Thomas erklärte bei der Arbeit die wichtigsten Regeln beim Trockenmauerbauen und schon bald waren die jungen Arbeiter kleine Profis. Gabi unterstütze die Gruppe tatkräftig.

Auch die Jungs in der Permakulturgruppe mussten hart arbeiten. Einen Graben in der trockenen und harten Erde ziehen, Steine für den Pflanzenwall schleppen …. Puhh, das war ganz schön anstrengend! Auch Peter lehrte uns vieles über den Boden und die Anbaumethode Permakultur. Ivanca´s Kräutergruppe sammelte am ersten Arbeitstag erst einmal verschiedene Kräuter und nutzte dann ihr kühles Haus zum zupfen, schneiden usw.

Um 9.30 Uhr war es wieder sehr heiß (30° Grad im Schatten) und wir mussten das Arbeiten aufhören. Bei dieser Hitze ging einfach gar nichts mehr. Wasser! Wasser! Wasser! Erst mal trinken und dann ab ins Meer zum abkühlen. Wir waren alle total fertig. Die Siesta Zeit nutzen viele für ein kurzes Nickerchen (Gabi und ich brauchten es auch dringend.). Pünktlich um 14.00 Uhr trafen wir uns alle im Schulhaus. Die Motivation war nicht besonders hoch, aber nach kurzer Zeit hat doch jeder gut in die Arbeit gefunden. Es wurde wieder geschrieben, gerechnet oder gelesen.

Um 15.30 Uhr war Unterrichtsende und wieder konnten wir uns am Meer vergnügen. Nach dem Abendessen trafen wir uns am Kai zum Abendkreis. Thomas spielte mit uns ein Mörderspiel und wir hatten viel Spaß dabei.

Den Abend durfte jeder verbringen wie er wollte. Kleine Grüppchen trafen sich zum Karten spielen, zum quatschen auf der Terrasse oder am Strand. Um 22.00 Uhr war Zimmerruhe (Jeder musste in seinem Zimmer sein.) und bereits vor der vereinbarten Bettruhe um 23.00 Uhr lagen viele schlafend im Bett. Körperliche Arbeit sind viele einfach nicht gewohnt und sie waren abends entsprechend k.o. (Ich fand das natürlich klasse, denn dann konnte ich mal bald ins Bett.).

Noch am Montagabend haben wir (Pädagogen) uns aufgrund der großen Hitze dafür entschieden, bereits um 5.30 Uhr zu frühstücken und von 6.15 bis 9.30 Uhr in den Arbeitsgruppen zu arbeiten. Die Klasse war nicht gerade begeistert über die Änderung und es gab erst mal ein großes Gejammer (Innerlich habe ich auch mit gejammert, denn ich war für die Nachtruhe verantwortlich, kam also meistens so um 0.00 / 0.30 Uhr als letzte ins Bett und dann schon wieder um 5.00 Uhr aufstehen! AAAhhhhhhh!!) Aber gut, es war einfach sinnvoller unseren Tagesrythmus den der Einheimischen anzupassen und die kühlen Morgenstunden für die körperliche Arbeit zu nutzen.

Die Nacht verging wie im Fluge und der Dienstag brach an. Früh arbeiteten wieder alle in den Gruppen. Bei den kühlen Morgentemperaturen war das Arbeiten wesentlich angenehmer und auch die größten Skeptiker vom Vorabend waren nun von der Notwendigkeit überzeugt. Die Permakulturgruppe stellte Samenbomben her. Es wurden verschiedene Samen von Sträuchern und Bäumen in Ton gedrückt und zu Kügelchen gerollt. Anschließend mussten sie getrocknet werden. Diese Samenbomben wurden am Mittwoch an bestimmten Stellen auf dem Grundstück ausgestreut. Bei entsprechender Witterung (Regen im Herbst) löst sich der Ton auf und die Samen gelangen in den Boden. Nun können sie das keimen anfangen. Genial die Permakultur! Thomas hatte eine tolle Idee für die Trockenmauer. Die Gruppe sollte einen Brief schreiben, dieser wurde in eine leere Flasche gesteckt und in die Mauer eingemauert. Wenn dieser Brief irgendwann mal gefunden wird, soll man ihn auch lesen können. Also wurde der Text in 4 verschiedenen Sprachen geschrieben. Diese waren: Kroatisch, Englisch, Deutsch und Bayrisch. Was stand im Brief so drin? Kurze Infos zu unserer Gruppe, Aktuelles aus der Welt (Fußballweltmeisterschaft, erster dunkelhäutiger Präsident in den USA …). Es war ein Mordsspaß den Brief zu lesen (Vor allem das Bayrische war lustig.), aber am meisten freute sich die Gruppe, als die Flasche in die Mauer eingemauert war. „Wer wird sie wohl finden? Wann wird man sie finden?  Was wird dann mit unserem Brief gemacht? In ein paar Jahren komme ich wieder und schaue nach, ob unsere Mauer noch steht.“ Eine rege Diskussion entstand.

Von 10 bis 12.30 war Freizeit. Beim Mittagessen gab es die ersten leisen Stimmen: „Och Mensch, morgen ist unser letzter Tag auf der Insel. Können wir nicht noch etwas bleiben? Bitte, bitte, fahren wir nächstes Jahr wieder hier her?“ Wehmut kam auf. Schön zu sehen, dass es allen so gut gefällt. Heimweh kam nur bei wenigen mal kurz auf und wir konnten das gut klären. (Ich gestehe, dass ich auch mal kurz zu Hause angerufen habe. O je, das gibt jetzt bestimmt Ärger mit der Klasse!)

 Anschließend war eine Stunde Siesta. Dies bedeutete für jeden: Aufenthalt auf seinem Zimmer und Ruhe. Wir hatten die Hoffnung, dass der eine oder andere vielleicht ein Erholungsnickerchen machen würde (So wie die Pädagogen.), aber da hatten unsere Schüler eindeutig mehr Energie als wir. Frisch und munter trafen wir uns um 14.00 Uhr wie gewohnt zum Unterricht. Zwei ganz Arbeitswütige haben sich vom Unterricht befreit, um weiter an der Trockenmauer zu arbeiten. Unser Trockenmauerguru hatte es echt drauf die Schüler zu motivieren.

Den Nachmittag verbrachten wir wie gewohnt am Meer. Es wurde wieder gesprungen, geschnorchelt oder gelesen und man spürte schon eine gewisse Routine aufkommen. Für etliche hätte das ewig so weiter gehen können.

Am Abend erklärte uns ein Teil der Arbeitsgruppe Trockenmauer (Manuel, Felix, Matthias und Annabell), dass sie am nächsten Morgen bereits schon um 4.00 Uhr das Arbeiten anfangen. Denn schließlich wollten sie hier mal was arbeiten! Ups, wir waren da etwas skeptisch. Ob das so eine gute Idee wäre? Thomas erzählte nämlich, dass es zu dieser Zeit noch zu dunkel zum Arbeiten sei. Die Gruppe wollte es trotzdem machen. Da persönliche Erfahrungen die lehrreichsten sind, haben wir sie einfach gelassen (Ich hätte niemals geglaubt, dass sie das auch wirklich machen würden!). Und sie haben wertvolle Erfahrungen gemacht. 1. Es ist um diese Zeit wirklich noch zu dunkel um zu arbeiten. 2. Um diese Zeit gibt es noch sehr viele Stechmücken, die einen fast wahnsinnig machen. 3. Ein Sonnenaufgang auf Premuda ist einfach herrlich! 4. Wenn man so früh das Arbeiten anfängt, sollte man am Vorabend nicht ganz so lange aufbleiben. (Diese Erkenntnis kam aber erst am Nachmittag.) Aber was solls, auf Premuda ist eben einiges anders.

Der letzte Tag auf der Insel, Mittwoch. Endspurt! Die Gruppen arbeiteten intensiv am Morgen, um ihre Arbeiten soweit wie möglich fertig zu bekommen. Am Abend sollte nämlich jede Gruppe ihre Ergebnisse präsentieren. Während der freien Zeit genoss jeder noch die letzten Stunden im Meer, die Ruhe auf der Insel und die Sonne auf der Haut. (Es hätte mich nicht gewundert, wenn einige von uns Schwimmhäute an den Fingern oder Zehen bekommen hätten!) Der Tag verging viel zu schnell. Nach dem Unterricht machten Gabi und ich noch klar Schiff im Schulhaus. Geschirr spülen und aufräumen, Müll entsorgen, Tische und Bänke wegräumen usw. Nach dem letzten Abendessen (Wie immer war es super lecker, vor allem die Nachspeisen!!) bedankten wir uns mit kräftigem Applaus beim Chefkoch Dingo und seiner Frau.

Präsentationszeit! Am Anfang stellte uns die Arbeitsgruppe Kräutersalz ihre Ergebnisse vor. Eine riesige Schüssel Kräutersalz wurde hergestellt, Lavendelblüten gezupft und ein Kräuterbuch gestaltet. Der größte Teil des Salzes wird in der Montessori Schule Eggenfelden verkauft. Der Erlös fließt in die Inselschule und wir freuten uns, einen Beitrag zur Weiterentwicklung leisten zu können. Nun war die Arbeitsgruppe Kunst an der Reihe. Am Schulhaus zeigten sie uns ihre Kunstwerke. Während des Inselaufenthalts entstanden eine Bank aus Treibholz sowie verschiedene Mobiles und Phantasietiere. Auch die meisten Kunstwerke blieben auf Premuda. Sie verschönern nun das Schulhaus. Nun erklärte uns auf dem Schulgrundstück die Arbeitsgruppe Permakultur ihre Arbeit. Wir bestaunten den Bewässerungsgraben, die Schutzwälle der gepflanzten Bäumchen und die Samenbomben (Na ja, so genau sah man sie in der Wiese leider nicht mehr.). Im Herbst sollten noch mehr Bäume gepflanzt werden und wir vereinbarten mit Peter, dass wir auch einen Baum von unserer Klassenkasse finanzieren werden. Dann gäbe es einen Rubinbaum auf Premuda und wir konnten weitere Spure hinterlassen.

Zum Schluss war die Trockenmauergruppe dran. Mit Stolz wurde die 4 Meter lange, 1,40 m hohe und ca. 1 Meter breite Mauer präsentiert. Ganz besonders wurde die eingebaute Sitzmulde (Super bequem!) bewundert. Das Team verewigte sich auch noch durch Unterschriften auf einem Stein. Nun konnte jeder sehen, wer denn da so fleißig war.

Zum letzten Mal standen wir am Kai zum Abschlusskreis. Ein Teil der Klasse freute sich schon auf zu Hause und andere wollten lieber noch länger bleiben (Gabi, Nico und ich wollten auch nicht weg.) Die Heimreise wurde besprochen und auch der letzte Abend. Da wir am nächsten Morgen schon um 6.00 Uhr mit dem Schnellboot nach Zadar fahren wollten, vereinbarten wir mit den 7ern Bettruhe um 22.00 Uhr. Die „Großen“ durften selbst entscheiden, wann sie ins Bett gingen und ob sie eine Party veranstalten wollten. Über Alkoholeskapaden hatten wir keine Bedenken, denn die Geschäftsinhaber würden unseren Jugendlichen eh nichts verkaufen. Außerdem vertrauten wir unseren Schülern, denn während der gesamten Reise haben sich alle immer an die Regeln gehalten (Naja, bis auf 3 erwischte illegale Handymitnehmer. Pech gehabt, ich habe eben gute Augen und Ohren.) Die Party verlief in sehr gemäßigten Rahmen (Unsere Jungs und Mädels sind halt gut erzogen.) und um 5.45 Uhr am Donnerstag standen wir mit Sack und Pack am Hafen, um das Schnellboot nach Zadar zu besteigen.

Die Fahrt dauerte nur eine Stunde und um 7.30 Uhr saßen wir schon in einem Park am Rande der Altstadt und frühstückten. Wir hatten nun den ganzen Vormittag Zeit die Altstadt zu besichtigten. Zunächst durften die Schüler in Kleingruppen und mit Handy ausgestattet alleine los. Besonders der große Markt hatte es ihnen angetan und hier wurde das eine oder andere Souvenir und Andenken an Kroatien gekauft. Währenddessen genossen Ivanca, Gabi, Lukas und ich einen Espresso in einem hübschen Kaffee und Nico bewachte unser Gepäck. Anschließend machte Ivanca mit uns allen eine Stadtführung. Wir besichtigten eine orthodoxe Kirche, das antike Römische Forum, die altkroatische Kirche Sv. Donat und den prachtvollen Dom Sv. Stosija. Aber am meisten waren wir von der Meeresorgel begeistert. Sitzend genossen wir die verschiedensten Töne. Interessant wurde es, sobald ein Schiff vorbei fuhr, dann veränderten sich die Töne und die verschiedensten Kompositionen entstanden. Als wir unser Gepäck im Park holten, gab es noch eine kurze Aufregung. Ein Schüler war verschwunden. Zum Glück reagierte er sehr überlegt, sprach Passanten an und schon nach wenigen Minuten wurde er zu uns gebracht. Noch mal alles gut gegangen.

An diesem Tag war es sehr, sehr heiß und wir waren froh, dass wir mit dem Bus nur ein kurzes Stück zum Bahnhof fahren mussten. Wieder fuhren wir zunächst mit einem kroatischen Bummelzug ins Landesinnere. Es gab natürlich keine Klimaanlage (Mit offenem Fenster war es jedoch erträglich.), das Klo war verstopft und wir waren alle total k.o.. Die Stimmung war entsprechend mies. Kurz nach 16 Uhr kamen wir in Knin an und es war geplant die große Festung zu besichtigen. Als wir aus dem Bahnhofsgebäude auf den Vorplatz traten, liefen wir wie gegen eine Hitzewand. Puhhh! So eine Hitze hatten wir alle noch nicht erlebt! Kurz entschlossen änderten wir unsere Planung und warteten erst noch eine Stunde, bis wir den Berg hoch zur Festung laufen wollten. Ich war neugierig und stellte deshalb meinen Reisewecker (Er hatte eine Temperaturanzeige.) in die Sonne. Nach 10 Minuten wollte ich die Temperatur ablesen, aber der Wecke streikte. Ab 50° Grad zeigte er nichts mehr an. Wir wollten es gar nicht glauben und fragten bei Einheimischen nach. Tatsächlich! In der Sonne waren es über 50° Grad. Wow! Da waren wir erst mal sprachlos. Sofort ging der Auftrag raus: trinken, trinken, trinken!

Unser Zug ging um 23.14 Uhr nach Zagreb weiter und es wurde ein langer Nachmittag. Dies war die größte Herausforderung auf unserer Reise. Die Klasse hat sie super gemeistert! Mit Karten spielen, lesen, Fußball kicken (Als es um 19 Uhr etwas angenehmer wurde.) und Fahnenmast vermessen vertrieben wir uns die Zeit. Geduldig, gelassen und ohne viel Gemecker ertrugen wir alle die Situation. Abends wollten wir die Stimmung etwas heben und mit was geht das am besten? Natürlich Pizza! Wir orderten riesige Berge von Pizzen und plötzlich war alles wieder gut. Wir saßen auf dem netten Vorplatz des Bahnhofes rum und wie das in den südlichen Ländern so ist, wird gerne flaniert und zusammen gesessen. Eben auch auf dem Bahnhofsvorplatz in Knin. Als dann noch die jungen Dorfschönheiten auftauchten und sich für unsere Jungs interessierten, war der Abend gerettet. (Naja, zumindest für die männlichen Schüler.). Aha, plötzlich kann man fließend Englisch. Ist im Unterricht doch was hängen geblieben.

Endlich war es soweit. Unser Zug kam an. Ziemlich müde bezogen wir unsere reservierten Abteile. Aber, so ein Pech. Die Sitze konnten nicht wie bei der Anreise komplett zu einer geraden Liegefläche ausgezogen werden. Die Lehnen konnte man zwar schräg stellen, aber ein richtiges Schlafen war kaum möglich. (So ein Sch…. !) Und wieder eine Herausforderung! (Jetzt war es aber genug, mehr brauchten wir wirklich nicht.) Vor Erschöpfung schliefen fast alle gleich ein (Leider konnte ich in dieser Nacht keinen Schlaf finden. Jetzt muss es auch mal ohne gehen).

Um 5.38 Uhr am Freitag Ankunft in Zagreb. Kalte Pizza zum Frühstück ist auch mal nicht schlecht. Unsere Müdigkeit ist wie weggeblasen, nun kommt Vorfreude auf unsere Familie und Zuhause auf. Nachdem wir noch Getränke und Brotzeit gekauft haben, sitzen wir schon wieder im Zug. Endlich ein Eurocity und wir genießen die Bequemlichkeit und die sauberen Toiletten. Der Zug ist gerangelt voll, zum Glück haben wir reservierte Plätze. Endlich können wir wieder etwas schlafen. Auch Bücher und Kartenspiele werden wieder ausgepackt und die 7-stündige Fahrt nach Salzburg vergeht ziemlich schnell. Nun heißt es Ivanca verabschieden. Wir haben sie richtig ins Herz geschlossen und hoffen, sie irgendwann mal wieder zu sehen. Österreich, jetzt ist es nicht mehr weit! Auch wir steigen in Salzburg aus und nehmen einen Regionalexpress nach München. Diese 2 Stunden sind zäh wie Kaugummi! Wir wollen endlich heim. Trotzdem ist die Stimmung immer noch gut. Kein Gemaule oder Gejammere, wir sind total stolz auf die Klasse. Super, wie diese Situation gemeistert wird. (Persönlich hatte ich in diesem Moment einen Durchhänger. Kreislauf im Keller, war total verschwitzt und klebte am ganzen Körper, brauchte dringend eine Dusche und ein Bett. Wie ich aber so in die Runde schaute …. riss ich mich dann zusammen und nahm mir ein Beispiel an meinen Schülern. Jetzt durfte ich mal wieder was von ihnen lernen. Danke.)

Endlich in München. Wir haben nur kurz Zeit, um was zu futtern und Getränke zu kaufen. Nun saßen wir im Regionalexpress nach Nürnberg und konnten es gar nicht glauben, dass wir es fast geschafft hatten. Um 18.48 Uhr kamen wir in Nürnberg an. Wir hatten eine knappe Stunde Aufenthalt und genehmigten uns in der Stadt noch ein Eis. Das hob die Stimmung und schmeckte natürlich auch sehr gut. Die lächerlichen 29 Minuten nach Forchheim saßen wir auf einer Pobacke ab. Alle waren total aufgedreht und manche Mitfahrer beäugten uns etwas skeptisch. Na ja, wir schauten schon etwas abenteuerlich aus und unser Körpergeruch grenzte mittlerweilen an Belästigung, wenn nicht sogar an Körperverletzung. Nach 39 Stunden und 30 Minuten –  Forchheim, alle aussteigen. Haben wir nichts vergessen? Sind alle da? (Nicht das wir auf den letzten Metern noch jemanden verlieren.)

Zu Fuß ging es zur Schule. Die Stimmung konnte man kaum in Worte fassen. Erschöpfung, Freude, Stolz, Müdigkeit, Euphorie, Spaß, Erwachsen und gereift sein umgab uns. In der Aula flogen die Rucksäcke in die Ecke und wir gingen alle hoch in unser Klassenzimmer. Die Eltern durften erst um 21.00 Uhr kommen. Wir brauchten noch Zeit für uns, Zeit zum ankommen. Im Kreis erzählte jeder was er aus Premuda „mitgenommen“ hatte.

Ich habe gelernt, auch ohne dem elektronischen Zeugs auszukommen.

Ich wusste gar nicht, dass manche in unserer Klasse so lustig sind.

Lernen kann total Spaß machen.

Ich kann jetzt eine Trockenmauer bauen und auf unsere Arbeit bin ich stolz.

Gemeinsam können wir total viel schaffen.

Ich bin zum ersten Mal so lange Zeit ohne meine Eltern ausgekommen.

Es ist erschreckend wie viel Müll im Meer rumschwimmt.

Die Lehrer sind gar nicht so schlimm, man kann auch richtig Spaß mit ihnen haben.

Ich habe gar nicht gewusst, dass ich auch mit wenig Schlaf auskommen kann.

Bei so viel schönem und positiven Feedback kam Gänsehaut auf. Aber jetzt! Die Eltern warteten schon unten und konnten es wahrscheinlich kaum noch aushalten ihre Sternchen in die Arme zu nehmen. Glückliche Augen, herzliche Umarmungen, Küsschen und strahlende Gesichter. Zu Hause!

Auch nach 18 Wochen spüren wir Premuda immer noch.

Wir sind alle daran gewachsen – jeder für sich und alle gemeinsam als Gruppe.

Wir haben vertraut und wurden mit Vertrauen belohnt.

Wir sind an unsere Grenzen gekommen und haben sie gemeistert.

Wir haben los gelassen und sind los gelassen geworden.

Wir waren Schüler und wir waren Lehrer.

Wir haben unser Herz geöffnet und wurden dafür reich beschenkt.

Danke Premuda.

Astrid Romanowski

4 Antworten zu “Die große Reise der Rubinklasse Forchheim”

  1. Johannes sagt:

    -Suoer Bericht, war echt cool dort

  2. Johannes sagt:

    Premuda war cool

  3. Johannes sagt:

    Premuda war coll

  4. Lisabeth Grim@Mikrowelle sagt:

    Schöner Beitrag, es fehlen lediglich ein paar Bilder! ;-)

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